Startseite Allgemeines Presse Projekte Links Was ist Zonta Galerie Internes

Presse:



Themen:
Presse 2017
Presse 2016
Presse 2015
Presse Archiv
    Buga Koblenz
    Parvaneh Forouhar
    Kinderheim Arenberg
    Markusevangelium
    Jugendarbeit in Ko-Neuendorf
    25Jahrfeier
    Schillerabend mit Hermann Burck
    Weihnachtsbenefizkonzert
    Vortrag Faten Mukarker
    Vortrag Utters
    Musikschule
    Frauenwürde
    Female Genital Mutilation-Geschlechtsverstümmel
    Top Magazin
    Immunologische Ambulanz
    Rheinlese
    Scharia
    Notruf e.V. Koblenz
    Projekt Solwodi
    Presse 2012


Allgemein:
Sitemap
Impressum
Mailadresse


Projekt Solwodi

S C H E C K Ü B E R G A B E 



Nach oben



Nach oben

S O L W O D I 



Rhein-Lahn-Zeitung - Ausgabe Bad Ems, Lahnstein vom 01.02.2007, Seite 3.

Ein Leben gegen Unterdrückung

Frauenrechtlerin Lea Ackermann feiert 70. Geburtstag - Aus Bankkauffrau wurde Nonne - Hilfsorganisation Solwodi gegründet

Ihre Energie ist auch mit fast 70 Jahren ungebrochen. Lea Ackermann, Gründerin und Leiterin der Frauenhilfsorganisation Solwodi, kämpft seit Jahrzehnten gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution.

BOPPARD. Lea Ackermann kann es selbst nicht fassen. Morgen wird sie 70 Jahre alt. "Jetzt gehöre ich zu den Grufties, fühle mich aber nicht so", bekennt die katholische Ordensfrau und Gründerin der Frauenhilfsorganisation "Solwodi" in Boppard.

Die Energie der prominenten Nonne ist ungebrochen: Seit mehr als 20 Jahren kämpft sie öffentlich gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution an der Seite betroffener Frauen. Die Stimme der Frauenrechtlerin wird in Gesellschaft, Kirche und Politik geachtet. Mehr als ein dutzend Auszeichnungen stehen für das Engagement der gebürtigen Saarländerin. Die Ehren reichen vom Landes- und Bundesverdienstkreuz über den Bullen-Orden des Bundes deutscher Kriminalbeamter und den Christenpreis der Pfarrei Schweinfurt bis hin zum Ketteler-Preis der katholischen Arbeitnehmer-Bewegung.

Gewürdigt werden Zivilcourage sowie unermüdliches Eintreten für Menschenwürde, Frauenrechte und Völkerverständigung. Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann bezeichnet Lea Ackermann als "einen echten Glücksfall". Fernseh-Moderator Frank Elstner nennt sie eine "wunderbare und starke Frau". CDU-Politikerin Rita Süssmuth ehrte sie als "Frau Europas", und eine in der Schweiz gegründete Initiative nominierte sie mit weiteren 999 Frauen aus aller Welt sogar für den Friedensnobelpreis.

Schon elf Beratungsstellen

Lea Ackermann freut sich über so viel Akzeptanz. "Ohne Mitstreiter hätte Solwodi heute keine elf Beratungsstellen für ausländische Frauen und sieben Schutzwohnungen in vier Bundesländern", betont sie. Die Ordensfrau gründete die Organisation 1985 zunächst im afrikanischen Kenia und 1989 in Deutschland, um Frauen aus der Armuts- und Zwangsprostitution zu helfen. "Was diese Frauen erlebt haben, ist barbarisch", sagt Ackermann.

Das Schicksal jeder Frau in Not liegt ihr am Herzen. "Jede gedemütigte, geschlagene, vergewaltigte Frau ist eine zu viel", betont sie. Lebenssinn findet Ackermann nur, wenn sie helfen kann. Die stets modisch gekleidete Ordensfrau nutzt jede Chance, Frauenhandel als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzuprangern.

Lea Ackermann fährt quer durch Deutschland und ins Ausland: Sie hält Vorträge bei Kirchen und Nichtregierungsorganisationen, sitzt am Tisch mit Staatsanwälten oder der Polizei und fordert von der Politik eine schärfere Bekämpfung des Menschenhandels. Die Frauenrechtlerin und Autorin will skrupellosen Geschäftemachern das Handwerk legen, gewissenlosen Freiern den Schneid abkaufen und die Gesellschaft über die schamlose Ausbeutung von Frauen und Mädchen empören.

Ihre Kraft und Motivation schöpft die Ordensfrau aus ihrer "robusten Natur", aber auch aus ihrer Frömmigkeit. "Ich kann nicht in der Nachfolge Jesu leben und über das schreiende Unrecht ohne konkretes Tun hinwegsehen", betont sie. Jährlich werden etwa 100 000 Frauen aus dem Ausland ins deutsche Rotlicht-Milieu geschleust und zur Prostitution gezwungen. 1960 trat die gelernte Bankkauffrau in den Orden der "Missionsschwestern unserer lieben Frau von Afrika" ein. Der Entschluss fiel bei einem Betriebsausflugs der Landesbank Saarbrücken: Nach einer durchtanzten Nacht stellte sich die damals 23-Jährige in ihrem Pariser Kleid bei den Missionsschwestern in Trier vor und kündigte am Tag darauf ihren Job bei der Bank. "Meine Mutter bekam einen Heulkrampf und mein Vater einen Tobsuchtsanfall. Es war schrecklich", erinnert sie sich.

Als Lehrerin in Ruanda

Den Schritt ins Kloster hat sie nie bereut. "Schon immer wollte ich den Ärmsten helfen. Zudem reizten mich Abenteuer und ferne Kontinente", erzählt Ackermann. Sie studierte Theologie und Pädagogik in München und Toulouse. Die promovierte Pädagogin war Lehrerin und Direktorin an verschiedenen Höheren Frauen-Fachschulen, vor allem in Ruanda, Bildungsreferentin bei Missio in München und von 1977 bis 1984 Dozentin an der Katholischen Universität Eichstätt.

Danach intensivierte Ackermann die Arbeit mit Frauen, die Opfer von Menschenhandel, Zwangsprostitution, Sextourismus oder Zwangsheirat sind. Die Ordensfrau baute die Organisation Solwodi in Kenia und in Deutschland auf. Bis heute leitet "Schwester Lea" die Solwodi-Zentrale in Boppard.

   Sabine Schmidt-Gerheim



Nach oben



Nach oben